Europa der Nationen und Regionen

 

Um in dem Staatenbund der Europäischen Union eine

Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Nationalstaaten sehr unterschiedlicher Größe zu pflegen, ist es angebracht, dass große Mitgliedsstaaten eine föderale Binnenstruktur aufweisen. 

 

Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien sind die vier Mitgliedstaaten der Europäischen Union, deren Bevölkerungszahl jeweils mehr als 10 Prozent der Gesamtzahl der Einwohner der Europäischen Union ausmacht.

 

Erstrebenswert erscheint ein Bevölkerungsanteil der einzelnen Regionen innerhalb großer Nationalstaaten von jeweils fünf Prozent oder mehr. Die Bevölkerungsstärke der Regionen ist eine wichtige Vorkehrung gegen zentralistische Nationalstaaten.

 

Im Dezember 2014 hat die französische Nationalversammlung (Assemblée nationale) eine Reduzierung der Zahl der Regionen in Frankreich von 22 auf 13 beschlossen. Damit sind seit Anfang 2016 die Region Bourgogne - Franche Comtè und die Mittelmeer-Insel Korsika die einzigen Regionen in Frankreich mit weniger als fünf Prozent Anteil an der Bevölkerung des Nationalstaates. 

 

Die Zahl der Regionen in Großbritannien ist ebenfalls so sehr begrenzt, dass eine Unterschreitung der Fünf-Prozent-Marke nur

in der Region Nordostengland und in Nordirland gegeben ist. 

In Nordirland liegt ein ganz besonderer historischer Grund vor, die Zugehörigkeit zur ehemaligen britischen Kolonie Irland. Anders als die Republik Irland blieb Nordirland mit Großbritannien verbunden.  

 

Was die Regionen in Italien angeht, ist eine kleinteiligere Struktur festzustellen als in Frankreich und in Großbritannien. 

 

Ebenso verhält es sich bei den Regionen in Deutschland

Dafür sind die deutschen Länder mit verhältnismäßig mehr Kompetenzen ausgestattet als das in anderen Nationen der Fall ist.