Priesterzölibat abschaffen

 

 

Brief vom 31. Oktober 2012 an Papst Benedikt XVI.  

 

Betr.: Abschaffung des Pflichtzölibats oder Übertritt zu einer

evangelischen Kirche

 

Eure Heiligkeit Papst Benedikt XVI.,

als Teilnehmer des 85. Deutschen Katholikentags 1978 in Freiburg

habe ich mich in eine Unterschriftenliste eingetragen, mit der die

Beseitigung des Pflichtzölibats gefordert wurde.

 

Hiermit fordere ich erneut, den Pflichtzölibat abzuschaffen.

Diesmal beschränke ich mich nicht auf eine Petition, sondern

verbinde damit die Ankündigung, von der katholischen zu einer

evangelischen Kirche überzutreten, es sei denn, der Pflichtzölibat

wird abgeschafft.

 

Nach teilweise vertretener Auffassung bedarf es zur Abschaffung

des Pflichtzölibats eines Konzils. Diese Möglichkeit in Rechnung

stellend, will ich bis zur endgültigen Entscheidung über meine

Zugehörigkeit zur katholischen Kirche eine angemessene Frist

verstreichen lassen.

 

Als Datum für meine abschließende Entscheidung habe ich mir den

31. Oktober 2017 vorgemerkt. Dieser Tag steht bekanntlich für ein

halbes Jahrtausend der von von Martin Luther eingeleiteten

Reformbemühungen. Dabei geht es um mehr als die Abschaffung

des Pflichtzölibats, die er erstmals 1520 in seiner Schrift 'An den

christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes

Besserung' gefordert hat. Sicherlich kann man in einigen Fragen

theologischer Natur unterschiedlicher Meinung sein. Demgegen-

über ist die Beseitigung des Pflichtzölibats die in meinen Augen

unabdingbare Voraussetzung dafür, dass ich Katholik bleibe.

 

Wer wie ich Mitglied einer christlichen Kirche ist und bleiben will,

der hat seit der von Martin Luther eingeleiteten Reformation

durchaus Alternativen. Meine Hoffnung bleibt eine Wieder-

vereinigung der christlichen Kirchen, aber eben ohne den

unseligen Pflichtzölibat.  

 

 

Antwort des Staatssekretariats, aus dem Vatikan,

am 29. November 2012

 

Hiermit bestätige ich Ihnen den Eingang Ihres Schreibens vom

31. Oktober, mit dem Sie Papst Benedikt XVI. persönliche

Gedanken zur zölibatären Lebensform römisch-katholischer

Priester vorlegen.

 

Ihre Ausführungen wurden zur Kenntnis genommen. Hinsichtlich

Ihrer Frage zum Zölibat weise ich darauf hin, dass der Beruf des

katholischen Priesters in erster Linie eine Berufung, also eine

Erwählung durch den Herrn ist, die den eigenen Wünschen und

Vorhaben des jungen Mannes vorausgeht. In der lateinischen

Kirche wird die Besonderheit des Priesterberufs unter anderem

durch die Lebensform der Ehelosigkeit zum Ausdruck gebracht.

Auch Jesus hat ehelos gelebt, um für alle Menschen da zu sein,

und die Priester wollen diesem Vorbild des Herrn im Vertrauen

auf seine Hilfe folgen. Gerade in unserer Zeit liegt darin die

Chance, den Priester nicht als "Kirchenfunktionär", sondern

als Mann Gottes zu erfahren, dessen ungeteilte Liebe dem Herrn

und der Kirche gilt und der sein ganzes Leben in den Dienst

der Heilssendung Christi stellt.

 

Von Herzen erbittet Papst Benedikt XVI. Ihnen und allen,

die Ihnen nahestehen, Gottes Schutz und Segen.    

 

 

Papst-Vertraute: Franziskus möchte Zölibat abschaffen

DiePresse.com, 21. Juli 2013:

http://diepresse.com/home/panorama/religion/1432823/print.do

 

 

Der Zölibat als "Missverständnis"

General-Anzeiger Bonn, 17. August 2013:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/rhein-sieg-kreis/alfter/Der-Zoelibat-als-Missverstaendnis-article1122984.html

 

 

Lässt der Papst den Zölibat fallen?

Augsburger Allgemeine, 11. Oktober 2016:

http://www.augsburger-allgemeine.de/Laesst-der-Papst-den-Zoelibat-fallen-id39327567.html

 

 

Papst deutet Öffnung beim Zölibat an

religion.ORF.at, 9. März 2017:  

http://religion.orf.at/stories/2829927/